Balz & Gilg Störi / Martin Meili

Bieltin - St. German


Weinbau im Wallis

Noch 1857 waren alte Rebsorten wie Humagne Blanche, Resi, Muscat du Valais, Arvine, Amigne und Cornalin vorherrschend. Ab 1916 richtete die Reblaus auch im Wallis verheerende Schäden an, und die einheimischen Setzlinge mussten auf amerikanische Unterlagen gepfropft werden. Neupflanzungen wie Chasselas, Sylvaner, Pinot Noir und Gamay verdrängten in der Folge die alten autochthonen Sorten.

1981 und 1982 verursachten Riesenernten einen grossen Preiseinbruch und Lagerprobleme. Die Arbeitsweise der Weinbranche wurde in Frage gestellt, und es fand ein Umdenken statt. Viele Winzerinnen und Winzer besannen sich wieder auf die alten lokalen Rebsorten. 1993 beschloss der Staatsrat des Kantons Wallis die Einführung der kontrollierten Ursprungsbezeichnung AOC mit dem Ziel, die Traubenproduktion und die Weinqualität zu fördern. Die Erträge pro Quadratmeter sind seither beschränkt, und es gibt Kontrollen, Produktionsnormen und den verschiedenen Rebsorten angepasste Weinbausektoren.

Heute werden im Wallis wieder mehr als 50 Rebsorten angepflanzt. Mit einer Rebfläche von 4'875 ha (2016) ist das Wallis der grösste Weinbaukanton in der Schweiz.


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